DG - The Geography of Becoming
How Travel Rewrites the Self
The Geography of Becoming: How Travel Rewrites the Self
"The Geography of Becoming" is a philosophical essay exploring travel beyond mere tourism; it's an existential act of self-discovery and profound transformation. This film delves into the "hidden layer" of travel, emphasizing the creative process that unfolds before and after the physical journey, where inspiration and meaning are made.
It posits that visiting places means entering "states of the soul," where external journeys mirror internal exploration, leading to individuation and the constant rewriting of the self. As a "filmic flâneur" or "traveling author," the creator uses the camera and pen as instruments to navigate and map these inner and outer shifts.
Cities like Athens, Berlin, Danzig, Lisbon, Porto, Weimar, Prague, and Kyiv are portrayed as resonance spaces, revealing fragments of an inner topography. Drawing from Carl Jung's psychological insights, the film interprets spontaneous images as messages from the unconscious, guiding a "psychogeographical movement". Even experiences of loss and seemingly "dead ends" (Holzwege) are presented as integral to the creative process and paths to deeper understanding and renewal.
Part of the "DAS BILD DES WEGES" series, this essay is a poetic cartography of continuous becoming, where the act of traveling, observing, and creating transforms raw experiences into a lifelong narrative of identity. It's an invitation to remember what we've always carried within, ultimately transforming through images, words, movement, and silence.
Reisen als Schöpfungsakt: Die Neuerzählung des Ichs
(The Journey as an Act of Creation: The Rewriting of the Self)
Die Krise als Aufbruch: Wenn die alte Geschichte nicht mehr passt
(The Crisis as a New Beginning: When the Old Story No Longer Fits )
Was wäre, wenn Reisen mehr wäre als nur eine Rechtfertigung? Was wäre, wenn es eine zutiefst bewusste, transformative Reise wäre, die es uns ermöglicht, unsere eigene Geschichte neu zu schreiben, wenn die alte nicht mehr passt? Genau darum geht es. Wie ein Zitat aus den Notizen des Autors treffend zusammenfasst: Das Ziel ist nicht, dem eigenen Leben zu entfliehen, sondern das Ich, das man zu kennen glaubt, bewusst zu verlieren, um herauszufinden, was sich darunter verbirgt. Es ist eine bewusste Entscheidung, sich zu verirren.
Für den Autor war dies kein philosophisches Gedankenexperiment, sondern das Ergebnis einer Reihe lebensverändernder Wendepunkte: der Verlust seines Studios und das Ende einer gesamten beruflichen Laufbahn. Es war einer dieser Momente, in denen die alte Geschichte seines Lebens einfach keinen Sinn mehr ergab. Und was tut man in einer solchen Situation?
Ein Leben in Überarbeitung: Die Suche nach einer neuen Erzählung
A Life in Revision: The Search for a New Narrative
Hier beginnt die Reise, die der Autor als „ein Leben in Überarbeitung“ beschreibt. Als die gewohnte Landkarte nicht mehr funktionierte, suchte er nicht nach einer neuen, sondern stieß eine vollständige Überarbeitung seines Lebens an. In diesem Moment wird eine Reise von einer netten Idee zu einer absoluten Notwendigkeit.
Wir alle besitzen eine sogenannte narrative Identität, die Geschichte, die wir uns selbst über uns erzählen. Sie verbindet unsere Überzeugungen, Werte und Erinnerungen. Was aber, wenn diese Geschichte zerbricht? Wenn die Handlung eine unerwartete Wendung nimmt? Für den Autor war genau dieser Bruch der Auslöser für das Bestreben, eine völlig neue Geschichte für sich selbst zu schreiben.
Dieses Gefühl des Verlorenseins bezeichnete der Autor als „gebrochene Lebensgeschichte“, eine handfeste Krise. Die Rollen, Ziele und die Identität, die ihn jahrelang ausgemacht hatten, lösten sich auf. Zurück blieb eine riesige Lücke, die gefüllt werden musste – mit einer neuen Landkarte, einer neuen Methode und einer neuen Reise.
Spurensuche: Eine Methode der inneren Neuordnung
Tracing of Traces: A Method of Inner Reorganization
Nachdem seine alte Identität zerfallen war, begann der Autor nicht einfach ziellos umherzuirren. Stattdessen verwandelte er seine Reise in eine bewusste Methode – ein Werkzeug, um seine innere Welt zu kartografieren und ein kreatives Comeback zu starten. Er nutzte eine ganz bestimmte Vorgehensweise, die er als „Spurensuche“ bezeichnet.
Er verstand sich als kreativer Detektiv, der in der Außenwelt, in Landschaften, Ruinen und Städten, aktiv nach Dingen suchte, die seine inneren Gefühle widerspiegelten. Er suchte nach Hinweisen, die ihm beim Aufbau eines neuen Selbst halfen. Die Orte, die er besuchte, waren keine zufälligen Touristenattraktionen. Sie wurden sorgfältig ausgewählt, um als Resonanzräume zu dienen.
So sah er in Rodes die verbrannte Landschaft als Metapher für seine eigenen Gefühle von Zerstörung und gleichzeitiger Hoffnung auf Neuanfang. In Danzig erkundete er alte Werftruinen, die er als Palimpsest aus Geschichte und Verlust empfand – ähnlich seiner eigenen Vergangenheit. Jeder Halt war ein Wegpunkt auf dieser zutiefst persönlichen, inneren Landkarte.
In den schwedischen Wäldern beschäftigte er sich mit dem Konzept des Holzwege des Philosophen Heidegger. Anstatt Sackgassen als Misserfolge zu sehen, begriff er sie als wichtige Momente des Innehaltens, des Nachdenkens und der Möglichkeit, einen völlig neuen Weg einzuschlagen.
Die verborgene Ebene: Wo die wahre Transformation geschieht
The Hidden Layer: Where True Transformation Happens
Dieser methodische Ansatz führt zu einer zentralen Idee in der Philosophie des Autors: der verborgenen Ebene, auf der die eigentliche Transformation stattfindet. Wo geschieht die wahre Reise? Auf der Straße, in Bewegung? Der Autor argumentiert, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Die tiefgreifende kreative Arbeit findet woanders statt – auf dieser verborgenen Ebene, die aus zwei Phasen besteht, die beide nicht unterwegs stattfinden.
Erstens gibt es die Vorbereitungsreise: all die Recherche, die Vorbereitung, die Auswahl der kreativen Werkzeuge und die Gestaltung einer Vision, bevor man überhaupt losfährt.
Zweitens gibt es die Nachreise: die alchemistische Phase, in der das gesammelte Material wie Filmaufnahmen, Notizen und Tagebücher gesichtet und die rohe Erfahrung in eine tatsächliche Bedeutung umgewandelt wird.
Diese „verborgene Arbeit“ ist ein aktiver kreativer Prozess: das Recherchieren von Literatur, Geschichte und Kunst; das sorgfältige Auswählen von Kameras und Objektiven; das Skizzieren von Karten und Ideen. Und danach das Sichten des Materials, das Finden der Erzählung, das Schreiben und das Redigieren. All das verwandelt einen einfachen Ausflug in eine kraftvolle, transformative Geschichte.
Das Bild des Weges: Die ultimative Bestimmung
The Image of the Path: The Ultimate Destination
Was ist das Ergebnis dieser bewussten Arbeit? Nichts Geringeres als eine vollständige Neugestaltung des Selbst. Wie ein Zitat so treffend festhält: „Unsere Identitäten sind nicht statisch; sie sind wie Geschichten, die wir erzählen. Und wenn dir deine aktuelle Geschichte nicht gefällt, hast du die Macht, neues Material zu sammeln und eine bessere zu schreiben.“ Die Reise liefert dieses Rohmaterial.
Die ultimative Bestimmung war also kein Punkt auf einer Landkarte, sondern eine völlig neue Art zu sein. Der Autor wurde zu einem „Risenaut“, einem reisenden Autor und filmischen Wanderer. Seine neue Identität ist der Prozess des Reisens und Schaffens.
Dies führt uns zu dem vielleicht stärksten Gedanken dieser Philosophie, der alles zusammenhält: „Das Bild des Weges“. Die Idee ist, dass das wahre Meisterwerk, das eigentliche Kunstwerk, nicht ein Ort oder ein fertiges Produkt ist, sondern der Weg selbst. Die Handlung des Gehens, des Suchens, des Schaffens, das ist die Bestimmung. Der Weg lehrt uns, den Prozess zu lieben, in einem Zustand der Neugier zu leben und immer bessere und tiefere Fragen über die Welt und uns selbst zu stellen.
Die Reise des Autors legt nahe, dass wir uns nicht da draußen finden – wir erschaffen uns selbst. Was wäre, wenn die Landkarte zu dem, wer Sie sind, kein Ort ist, den man findet, sondern ein Pfad, den Sie mit jedem Schritt erschaffen?
Transcript
All right, welcome to the explainer. Today we're diving into a really cool idea. What if travel could be more than justification? What if it could be this profound intentional journey of transformation? A way to, you know, literally rewrite the story of who you are when your old one just doesn't fit anymore. This quote right here from the author's notes really nails the core of what we're talking about. See, the goal isn't about escaping your life. It's about deliberately, well, losing the self you think you know just to see what else you might find underneath. It's like you're choosing to get a little lost on purpose. And for the author, this wasn't just some philosophical thought experiment. Nope. This was real life. It all came from a series of huge lifealtering turning points. We're talking the loss of a studio, the end of a whole career path. It was one of those moments where the old story of his life just stopped making sense. So yeah, what do you do then? Okay, so section one, a life in revision. This is where we get into what happens when the map fails. For the author, it wasn't about finding a new map. It sparked a total revision of his life. And this is the moment a journey stops being a nice idea and becomes an absolute necessity. You know, we all have what's called a narrative identity. It's basically the story we tell ourselves about who we are. It's the glue, right? It holds our beliefs, our values, our memories all together. But what happens when that story just shatters? When the plot takes a turn you absolutely did not see coming? Well, for the author, that break was the exact thing that kicked off this quest to write a brand new story for himself. And look, this wasn't just about feeling a little lost or off track. The author calls it a broken life narrative, a full-blown crisis. The roles, the goals, the very identity that had defined him for years, it all just kind of dissolved. It left this huge void that needed something to fill it. It demanded a new map, a new method, and yeah, a new journey. All right, let's get into the journey itself. Because with his old identity pretty much gone, the author didn't just drift around. No, he turned the journey into a deliberate method, a tool for mapping his own inner world and sparking a creative comeback. So instead of just wandering, he used this very specific method he calls spuden zikurong. It's a German term that means the tracing of traces. Think of it like being a creative detective. He was actively hunting for things in the outside world in landscapes, ruins, cities that echoed what he was feeling inside. He was looking for clues to help him build a new self from scratch. And these places he went, they weren't random tourist spots. Not at all. They were carefully chosen to be like resonance rooms. So in Roads, he faced this burnt landscape, a perfect metaphor for his own feeling of destruction and the hope of rebirth. In Danzig, he explored these old shipyard ruins, seeing them as a pimpsist of history and loss, kind of like his own past. Each stop was a waypoint on this really personal internal map. And this gets really interesting. While in the Swedish forests, he leaned into this idea called Holtzvag. It's a concept from the philosopher Haidiger, and it basically means dead ends or paths that lead nowhere. But instead of seeing them as failures, he embraced them. He saw getting lost and hitting a wall as a vital moment to just stop, think, and maybe find a completely different path forward. Okay, so this whole methodical approach to travel brings us to a really crucial idea in the author's philosophy. It's something he calls the hidden layer, and it's where the real work of transformation actually happens. So, let me ask you this. Where does the real journey actually happen? Is it only when you're on the road, on the move? You might think so, but the author argues nope. That's only half of it. The truly deep creative work that happens somewhere else. And this is what he means by that hidden layer. It's really got two parts. And neither of them happen on the road. First, you've got the pre-journey. This is all the prep work, the research, choosing your creative tools, really shaping a vision before you even leave. And then you have the postjourney. This is the alchemy part. sifting through all the footage, the notes, everything you gathered, and turning that raw experience into actual meaning. So, what does that hidden work actually look like? Well, it's not just sitting around. It's a really active creative process. We're talking about researching literature, history, art, carefully selecting cameras and lenses, sketching out maps and ideas, and then on the other side, it's sifting through all that footage, finding the narrative, writing, editing. This is the stuff that transforms a simple trip into a powerful transformative story. So, after all this intentional work, what's the result? What's the payoff? Well, it's nothing less than a complete and total rewriting of the self. And this quote is so important. It says, "Our identities aren't fixed. They're not set in stone. They're more like stories that we tell. And you know what? If you don't like your current story, you have the power to go out, gather new material, and write a better one." The journey is what gives you that raw material. So you see the ultimate destination wasn't some dot on a map. It was a whole new way of being. The author literally became a risen out on film, a traveling author and filmic wanderer. His new identity is the process of journeying and creating. That's the whole point. All right. This brings us to the final and maybe the most powerful piece of this whole philosophy. It's an idea that really ties everything we've been talking about together. It all comes down to this one beautiful German concept, thus build this Vegas, which means the image of the path. The idea is that the ultimate destination isn't a place or even a finished product like a movie or a book. No, the real masterpiece, the true work of art is the path itself. The act of walking, of searching, of creating, that's the destination. And that right there is the profound shift in thinking. The goal isn't to find all the answers or lock in some fixed stable version of yourself. Instead, the journey teaches you to love the process, to live in a state of curiosity, and to just keep asking better and deeper questions about the world and about yourself. So, we'll leave you with this to think about. The author's journey really suggests that we don't find ourselves out there somewhere. We create ourselves. So, what if the map to who you are isn't a place you can find, but a path that you create with every single step you take?
References
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